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Das "Vier-Ohren-Modell" der Kommunikation

Verfasst: So 21. Dez 2025, 11:18
von Henning
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Friedemann Schulz von Thun hat ein Modell der Kommunikation entwickelt, das auch über di deutschen Grenzen hinaus bekannt und verbreitet ist. Das Modell ist auch als „Nachrichtenquadrat“ bekannt aber häufiger wird der Begriff „Vier-Ohren-Modell“ verwendet.
Schulz von Thun gelangte zu der Erkenntnis, dass jede Äußerung eines Senders durch die „vier Schnäbel“ beim Empfänger auf die „vier-Ohren“ trifft. Sender und Empfänger sind dafür verantwortlich, dass die Qualität der Kommunikation gewährleistet wird, wobei die unmissverständliche Kommunikation zwar das Ziel und der Idealfall ist jedoch nicht der Regel entspricht.
Jede Äußerung die man tätigt, ist in vierfacher Form wirksam, da jede Äußerung, ob man möchte oder nicht, gleichzeitig vier Botschaften umfasst.
  • Worüber informiere ich mein Gegenüber? (Sachinformation) blau
  • Was möchte ich erreichen? (Appell) rot
  • Was halte und wie stehe ich zu meinem Gegenüber? (Beziehungshinweis) gelb
  • Was gebe ich von mir zu erkennen? (Selbstkundgabe) grün
Die vier Ebenen der Kommunikation
Die Sachebene sollte genau das beinhalten was der Name vermuten lässt, Sachinformationen, also Fakten, Daten und Sachverhalte. Hierbei sollte man folgendes beachten:
  1. wahr oder unwahr
  2. relevant oder irrelevant
  3. ausreichend oder unzureichend
Für den Sender besteht auf der Sachebene die Herausforderung darin, den Sachverhalt oder die Sachverhalte so auszudrücken, dass sie klar und verständlich sind.
Der Empfänger hingegen reagiert auf dem Sachohr gemäß der drei Kriterien. Sind die Sachverhalte zutreffend oder nicht, sind sie für das Thema von Belang oder auch nicht und sind die Informationen ausreichend oder müssen andere Informationen eingeholt bzw. andere Hintergründe oder anderes bedacht werden?

Die Seite des Appells ist eine Einflussnahme auf den Empfänger. Wer das Wort ergreift, möchte bei seinem Gegenüber in der Regel etwas erreichen und äußert daher Handlungsanweisungen, Ratschläge, Wünsche oder eben auch Appelle.
Appelle werden sowohl offen als auch verdeckt gesendet und der Empfänger fragt sich anhand seines Appell-Ohres was er denn jetzt fühlen, denken, machen soll oder auch was er davon eben nicht machen, denken, fühlen soll.

Die Beziehungshinweise geben zu erkennen wie man zu seinem Gegenüber steht und was man von ihm hält. Die Beziehungshinweise werden sowohl durch die Formulierung und den Tonfall als auch über Mimik und Gestik vermittelt.
Der Sender übermittelt diese Hinweise implizit oder explizit (Ich-Botschaft) und der Empfänger fühlt sich über die übermittelten Informationen auf dem Beziehungsohr entsprechend respektiert oder gedemütigt, wertgeschätzt oder abgelehnt, geachtet oder missachtet.

Bei der Selbstkundgabe ist es so, dass wenn jemand etwas von sich gibt, gibt er auch etwas von sich preis. Jedwede Äußerung enthält, gewollt oder ungewollt, eine Kostprobe der Persönlichkeit, also der Gefühle, Eigenarten, Bedürfnisse und Werte. Diese „Kostprobe“ erfolgt entweder Explizit oder implizit.
Der Sender vermittelt bewusst oder unbewusst, implizit oder explizit Informationen über sich selbst, welche der Empfänger auf dem Selbstkundgabe-Ohr wahrnimmt, z.B. Wie ist er gestimmt? Was ist das für einer? Was ist mit ihm? etc.


Wie in jedem Modell können auch hier Probleme (viewtopic.php?t=64) auftreten.